# Playlist-Kuratoren anschreiben

> So schreibst du Kurator*innen eine Nachricht, die gelesen wird: Aufbau, Beispiele für E-Mail und Direktnachricht, Nachfassen und was du vermeidest.

Quelle: https://selectedplays.de/playlist-kuratoren-anschreiben/ · Stand: 2026-10-13

Wenn du Playlist-Kuratoren anschreibst, entscheidet der erste Eindruck: Eine kurze, persönliche Nachricht mit einem klaren Grund, warum dein Song in genau diese Playlist passt, wird eher gelesen als jede noch so schöne Rundmail.

Alle Beispiele sind für fiktive Artists, Songs und Playlists formuliert. Nimm sie als Muster und schreib deine eigene Version.

## Bevor du schreibst

Eine gute Nachricht beginnt mit der Auswahl. Schreib nur Kurator*innen an, deren Playlist wirklich zu deinem Song passt. Hör dir die Playlist an, lies die Beschreibung und schau, welche Artists dort stehen. Wenn du nicht in einem Satz sagen kannst, warum dein Song dort hingehört, lass es.

Wie du passende Playlists findest und prüfst, steht in den Ratgebern [Playlist-Kuratoren](https://selectedplays.de/playlist-kuratoren/) und [seriöse Playlist-Kuratoren erkennen](https://selectedplays.de/serioese-playlist-kuratoren/).

## Der Bauplan einer guten Nachricht

Eine Nachricht an Kurator*innen ist kürzer als ein Pitch an die Spotify-Redaktion. Fünf Bausteine reichen:

| Baustein | Inhalt | Länge |
|---|---|---|
| Anrede | Name der Person, wenn bekannt | ein Wort |
| Bezug | Warum du genau diese Playlist anschreibst | ein Satz |
| Song | Titel, Artist, ein Satz zum Sound | ein bis zwei Sätze |
| Link | Spotify-Link oder privater Hör-Link | eine Zeile |
| Abschluss | Dank, kein Druck | ein Satz |

Mehr braucht es nicht. Wer mehr wissen will, klickt auf dein Profil.

## Beispiel 1: E-Mail nach dem Release

Fiktive Playlist: „Späte Bahn“, ruhiger deutscher Indie.

> Betreff: Song für „Späte Bahn“: Halbe Sachen von Mira Lind
>
> Hallo Jonas,
>
> ich höre „Späte Bahn“ seit ein paar Monaten auf dem Heimweg, vor allem wegen der ruhigen deutschen Indie-Songs, die du dort sammelst. Ich habe am Freitag meine Single „Halbe Sachen“ veröffentlicht: Gitarre und Stimme am Anfang, im Refrain ein großer Chor, ein Text über eine Beziehung, die nie richtig begonnen hat. Ich glaube, er passt gut zwischen die Songs, die du gerade drin hast.
>
> Hier ist der Spotify-Link: [Link]
>
> Danke fürs Reinhören, egal wie du dich entscheidest.
> Mira

Was gut ist: Der Bezug zur Playlist ist echt, der Sound wird in einem Satz beschrieben, kein Druck.

## Beispiel 2: Kurze Direktnachricht

Manche Kurator*innen nehmen Einreichungen per Direktnachricht an, etwa über Instagram. Dort gilt: noch kürzer.

> Hey! Ich habe gesehen, dass du in deiner Bio Einreichungen für „Nachtbus Mixes“ annimmst. Mein Track „Nachtbus“ ist ein ruhiger House-Track für die Stunde nach dem Club, 122 BPM, warme Chords. Spotify-Link: [Link]. Danke fürs Anhören!

Schreib nie ungefragt per Direktnachricht, wenn die Person dort keine Einreichungen annimmt.

## Beispiel 3: Vor dem Release, mit Vorab-Link

Wenn du die Person kennst oder sie ausdrücklich Vorab-Material annimmt:

> Hallo Sam,
>
> du hattest im Frühjahr meinen Song „Leise“ in „Lo-Fi zum Lernen“ aufgenommen, danke nochmal dafür. Am 14. erscheint mein nächster Beat, „Regenfenster“, wieder mit gedämpftem Klavier und Vinyl-Rauschen, etwas langsamer als „Leise“. Hier ist ein privater Link zum Vorhören: [Link]. Am Release-Tag schicke ich dir gern den Spotify-Link.
>
> Viele Grüße
> Kai

Was gut ist: Die bestehende Verbindung wird genannt, der neue Song wird im Vergleich zum alten beschrieben.

## Beispiel 4: Englische Nachricht

Für internationale Playlists:

> Hi Alex,
>
> I found “Late Night Indie” through a band I really like, and I love how calm the whole playlist feels. Our new single “Paper Planes in June” came out on Friday: bright indie-pop with jangly guitars and a sing-along chorus, recorded live in our rehearsal room in Cologne. Here is the Spotify link: [link]
>
> Thanks for listening!
> The Paper Planes

## Beispiel 5: Eine schwache und eine bessere Version

Manchmal hilft der direkte Vergleich. Hier eine typische schwache Nachricht und dieselbe Idee, besser umgesetzt:

> Schwach: „Hi, check meinen neuen Song aus, er ist echt krass und würde perfekt in deine Playlist passen!!! Link: [Link]“

> Besser: „Hallo Lea, ich habe deine Playlist ‚Ruhiger Deutschrap‘ über einen Song von einem Artist gefunden, den ich sehr mag. Mein neuer Song ‚Treppenhaus‘ ist ein langsamer Boom-Bap-Track mit gesampeltem Rhodes über den Block, in dem ich aufgewachsen bin. Er passt, glaube ich, gut zu den ruhigeren Songs am Anfang deiner Playlist. Spotify-Link: [Link]. Danke fürs Reinhören!“

Die bessere Version nennt die Person, erklärt den Bezug, beschreibt den Sound und sagt, wo der Song hinpassen könnte. Sie ist länger, aber jeder Satz trägt eine Information.

## Betreffzeilen, die funktionieren

Bei E-Mails entscheidet der Betreff, ob die Nachricht geöffnet wird. Gute Betreffzeilen nennen Playlist, Song und Artist:

| Schwach | Besser |
|---|---|
| „Neuer Song!!!“ | „Song für ‚Späte Bahn‘: Halbe Sachen von Mira Lind“ |
| „Bitte anhören“ | „Lo-Fi-Beat für ‚Lernen mit Lo-Fi‘: Regenfenster“ |
| „Submission“ | „House-Track für ‚Nachtbus Mixes‘: Nachtbus (122 BPM)“ |

## Nachfassen

Eine Nachfrage ist in Ordnung, mehr nicht. So machst du es:

| Zeitpunkt | Was du schreibst |
|---|---|
| 1 bis 2 Wochen nach der ersten Nachricht | Kurze Erinnerung mit dem Link, ein Satz |
| Danach | Nichts mehr zu diesem Song |
| Beim nächsten Release | Neue Nachricht, wenn der neue Song wieder passt |

Ein Beispiel:

> Hallo Jonas, ich wollte nur kurz nachfragen, ob du Zeit hattest, in „Halbe Sachen“ reinzuhören. Hier nochmal der Link: [Link]. Danke und viele Grüße, Mira

## Wenn ein Song aufgenommen wird

Bedank dich. Teile die Playlist auf deinen Kanälen und markiere die Person, wenn sie das mag. Damit hilfst du ihr, Hörer*innen zu gewinnen, und bleibst in guter Erinnerung. Trag das Ergebnis in deine Kurator*innen-Liste ein.

Prüfe nach ein paar Wochen in Spotify for Artists, ob aus der Playlist Hörer*innen kommen. Eine Playlist erscheint dort, sobald mindestens 3 Hörer*innen deine Musik darin gehört haben. Mehr dazu unter [Playlist-Erfolg messen](https://selectedplays.de/playlist-erfolg-messen/).

## Wenn eine Absage kommt

Manche Kurator*innen antworten mit einer Absage, oft mit einem Grund: passt gerade nicht, Playlist ist voll, anderer Stil. Bedank dich kurz und sachlich. Diskutiere nicht. Eine freundliche Reaktion auf ein Nein macht es leichter, beim nächsten Release wieder anzuklopfen, und trag den Grund in deine Liste ein. Wenn jemand schreibt, dass akustische Songs besser passen, weißt du, welchen Song du beim nächsten Mal schickst.

## Typische Fehler

- **Rundmail mit vielen Empfängern im Verteiler.** Wirkt unpersönlich und verrät allen, wen du sonst noch anschreibst.
- **Falscher Name oder falsche Playlist.** Kopierfehler fallen sofort auf.
- **Lange Biografie.** Die Person will den Song hören, nicht deine Geschichte lesen.
- **Anhänge mit großen Dateien.** Schick Links, keine Dateien.
- **Druck oder Schuldgefühle.** „Es wäre so wichtig für mich“ hilft nicht.
- **Angebot von Geld.** Bezahlte Platzierungen verstoßen gegen die Regeln der Plattformen.

## Nachrichten organisieren

Wenn du 15 bis 30 Kurator*innen pro Release anschreibst, brauchst du Ordnung. Halte in deiner Liste fest, wann du wem welchen Song geschickt hast und was dabei herauskam. So vermeidest du Doppelnachrichten und siehst mit der Zeit, wer zu dir passt.

Den Unterschied zum Pitch an die Spotify-Redaktion solltest du im Kopf behalten: Dort gibt es ein festes Formular und eine Frist, bei Kurator*innen persönliche Nachrichten ohne feste Regeln. Beides gehört in deinen Plan. Wie der Redaktions-Pitch funktioniert, steht unter [Spotify Playlist Pitching](https://selectedplays.de/spotify-playlist-pitching/), Formulierungen für das Formular unter [Spotify-Pitch Beispiele](https://selectedplays.de/spotify-pitch-text-beispiele/).

## Häufige Fragen

### Wie schreibe ich einen Playlist-Kurator an?

Kurz, persönlich und mit einem Grund, warum dein Song in genau diese Playlist passt. Nenn deinen Namen, den Song, einen Satz zum Sound und den Link. Schreib keine Rundmail und mach keinen Druck.

### Soll ich per E-Mail oder Instagram schreiben?

Über den Weg, den die Person selbst angibt. Steht in der Playlist-Beschreibung oder im Profil eine E-Mail-Adresse oder ein Formular, nimm diesen Weg. Eine Direktnachricht ist nur sinnvoll, wenn die Person dort Einreichungen annimmt.

### Wie oft darf ich nachfassen?

Einmal, etwa eine bis zwei Wochen nach der ersten Nachricht. Kommt dann keine Antwort, nimm das als Antwort und versuch es beim nächsten Release mit einem anderen Song.

### Soll ich einen Download-Link oder den Spotify-Link schicken?

Für eine Spotify-Playlist ist der Spotify-Link nach dem Release am praktischsten, weil die Person den Song direkt hinzufügen kann. Vor dem Release ist ein privater Hör-Link sinnvoll, wenn die Person Vorab-Material annimmt.
