Eine eigene Playlist zu erstellen ist für Musiker einer der einfachsten Wege, einen festen Playlist-Platz für die eigene Musik zu haben. Du erstellst die Playlist in deinem persönlichen Spotify-Konto und zeigst sie anschließend über Spotify for Artists auf deinem Artist-Profil. Laut Spotify kannst du jede Playlist dort zeigen.
Der Vorteil einer eigenen Playlist: Niemand muss sie freigeben. Dein neuer Song steht am Release-Tag genau dort, wo du ihn haben willst.
Warum eine eigene Playlist sinnvoll ist
Eine eigene Playlist erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig:
- Fester Ort für neue Releases. Am Release-Tag setzt du deinen Song an Position eins.
- Profil mit Leben. Wer auf dein Profil kommt, findet dort mehr als nur deine Songs.
- Umfeld zeigen. Du stellst deine Musik neben Artists, zu denen sie passt.
- Kontakt zu anderen Artists und Kurator*innen. Wer selbst kuratiert, versteht die Gegenseite besser.
Spotify schreibt außerdem, dass Playlists von Hörer*innen andere Playlists beeinflussen können. Deine eigene Playlist ist eine davon.
Schritt für Schritt: Playlist erstellen und aufs Profil bringen
Spotify beschreibt den Ablauf so (Spotify-Hilfe: Playlists auf dem Profil):
- Playlist erstellen in deinem persönlichen Spotify-Konto.
- Anzeigenamen prüfen. Spotify empfiehlt einen Namen, der zu deinem Artist-Namen passt.
- In Spotify for Artists öffnen und die Playlist über die Suche oder per Link zu deinem Profil hinzufügen.
- Reihenfolge festlegen, wenn du mehrere Playlists zeigst.
Das Hinzufügen, Sortieren und Entfernen von Profil-Playlists dürfen Personen mit Admin- oder Editor-Rechten.
Das Konzept: Wofür ist die Playlist da?
Eine gute Playlist hat eine klare Idee. „Meine Lieblingssongs“ ist keine Idee. Diese Konzepte funktionieren für Artists oft gut:
| Konzept | Beispiel-Titel (fiktiv) | Für wen |
|---|---|---|
| Dein Sound | „Nachtbus: House für den Heimweg“ | Menschen, die dein Genre mögen |
| Dein Umfeld | „Deutscher Indie aus Köln“ | Hörer*innen deiner Szene |
| Ein Moment | „Lernen mit Lo-Fi“ | Menschen in einer bestimmten Situation |
| Deine Einflüsse | „Songs, die mich geprägt haben“ | Fans, die dich besser kennenlernen wollen |
| Werkschau | „Mira Lind: alle Songs“ | Fans, die alles von dir hören wollen |
Am stärksten ist oft eine Mischung aus „Dein Sound“ und „Ein Moment“: eine Playlist, die einen klaren Zweck erfüllt und in der deine Songs selbstverständlich dazugehören.
Songauswahl: wie viele eigene Songs?
Eine Playlist, die nur aus deinen Songs besteht, ist für neue Hörer*innen wenig attraktiv. Eine Playlist, in der du gar nicht vorkommst, bringt dir nichts. Ein Mittelweg funktioniert in der Regel besser:
- Deine neueste Single an Position eins oder weit oben.
- Ein paar weitere eigene Songs verteilt, nicht alle am Anfang.
- Passende Songs anderer Artists, bekannte und unbekannte gemischt.
- Eine überschaubare Länge, damit die Playlist gehört wird und nicht nur gesammelt.
Wähle die anderen Songs nach Passung, nicht nach Bekanntheit. Wenn deine Musik ruhig ist, packst du keine Party-Hits dazu, nur weil sie viele Streams haben.
Titel, Beschreibung und Cover
Hörer*innen entscheiden in Sekunden, ob sie einer Playlist folgen. Diese drei Elemente zählen:
- Titel: Kurz, beschreibend, mit Genre oder Moment. Menschen suchen in Spotify oft nach solchen Begriffen.
- Beschreibung: Ein bis zwei Sätze, wofür die Playlist da ist und wie oft sie aktualisiert wird.
- Cover: Ein eigenes Bild, das zu deinem Artist-Auftritt passt und auch klein gut erkennbar ist.
Pflege: der Teil, an dem die meisten scheitern
Eine Playlist lebt von Aktualisierung. Lege einen Rhythmus fest, den du durchhältst, etwa jeden Freitag zwei bis drei neue Songs. So haben Follower einen Grund, wiederzukommen.
| Aufgabe | Wie oft |
|---|---|
| Neue Songs hinzufügen | wöchentlich oder alle zwei Wochen |
| Alte Songs entfernen | bei jeder Aktualisierung ein paar |
| Eigenen neuen Release nach oben | am Release-Tag |
| Beschreibung prüfen | alle paar Monate |
| Playlist teilen | bei jeder größeren Aktualisierung |
Die Playlist im Release-Plan
Deine Playlist ist ein fester Baustein in jedem Release:
- Vor dem Release: Playlist aktuell halten, Follower der Playlist aufbauen.
- Release-Tag: Neuen Song an Position eins, Playlist auf Social Media teilen.
- Erste Wochen: Song oben lassen, danach langsam nach unten verschieben.
- Zwischen Releases: Weiter pflegen, damit die Playlist beim nächsten Release noch lebt.
Wie das mit Pitch, Release Radar und Kurator*innen zusammenpasst, steht im Ratgeber In Spotify-Playlists kommen.
Ein Szenario: Producer mit erster EP
Du bist Producer im Bereich Melodic Techno und bringst deine erste EP heraus. Du legst die Playlist „Melodic Night Drive“ (fiktiv) an: 40 Tracks, davon drei eigene, der Rest von Artists, die du wirklich spielst. Jeden Freitag tauschst du drei Tracks aus. Zum EP-Release setzt du den Fokus-Track an Position eins und teilst die Playlist in deiner Story.
Was du davon hast: Wer dir auf Instagram folgt, findet in der Playlist deine Musik im passenden Umfeld. Wer der Playlist folgt, bekommt deinen nächsten Track beim nächsten Update. Und andere Artists aus deiner Playlist teilen sie vielleicht, wenn du sie aufgenommen hast.
Die Playlist bekannt machen
Eine Playlist, die niemand kennt, hat keine Hörer*innen. So bringst du Menschen hinein, ohne aufdringlich zu sein:
- Auf deinem Artist-Profil zeigen. Das ist der wichtigste Platz, denn wer deine Musik hört und auf deinen Namen tippt, landet dort.
- Bei jeder Aktualisierung teilen. Eine Story mit den neuen Songs und einem Satz, warum du sie ausgewählt hast.
- Aufgenommene Artists informieren. Viele Artists freuen sich und teilen die Playlist weiter. Frag nicht danach, sag einfach Bescheid.
- Live erwähnen. Ein QR-Code auf der Setlist oder am Merch-Stand, der zur Playlist führt.
- Im Pitch nennen. In deinem Spotify-Pitch kannst du erwähnen, dass du eine eigene Playlist pflegst, in die der neue Song am Release-Tag kommt.
Mehrere Playlists oder eine?
Am Anfang reicht eine gut gepflegte Playlist. Wenn du merkst, dass du die Pflege locker schaffst, kannst du eine zweite anlegen, etwa eine Werkschau mit allen eigenen Songs. Mehr als zwei oder drei Playlists auf dem Profil überfordern Besucher*innen eher, als dass sie helfen.
| Phase | Empfehlung |
|---|---|
| Erster Release | Eine Playlist mit klarem Konzept |
| Mehrere Releases | Zusätzlich eine Werkschau mit allen eigenen Songs |
| Fester Rhythmus | Eventuell eine dritte Playlist für einen bestimmten Moment oder eine Szene |
Woran du merkst, dass die Playlist funktioniert
In Spotify for Artists siehst du unter „Musik“ und „Playlists“, ob deine eigene Playlist Hörerinnen für deine Musik bringt. Sie erscheint dort, sobald mindestens 3 Hörerinnen deine Musik in ihr gehört haben. Wenn deine Playlist dort regelmäßig auftaucht, lohnt sich die Pflege. Wenn nicht, prüfe Konzept, Titel und wie oft du sie teilst.
Typische Fehler
- Nur eigene Songs. Wenig Grund für Fremde, zu folgen.
- Kein Konzept. Eine wilde Mischung bringt keine treuen Hörer*innen.
- Keine Pflege. Eine eingeschlafene Playlist wirkt wie ein verlassener Account.
- Zu lang. Hunderte Songs werden nicht durchgehört.
- Nicht aufs Profil gebracht. Ohne Profil-Platz findet sie kaum jemand.
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Wie du siehst, ob deine Playlist Hörerinnen bringt, erklärt der Ratgeber Playlist-Erfolg messen. Wie du andere Kuratorinnen erreichst, steht unter Playlist-Kuratoren, und wie der Release Radar deine Follower erreicht, unter Release Radar.
Häufige Fragen
Kann ich als Artist eine Playlist auf meinem Spotify-Profil zeigen?
Ja. Spotify schreibt, dass du jede Playlist auf deinem Artist-Profil zeigen kannst. Du erstellst sie in deinem persönlichen Spotify-Konto und fügst sie dann in Spotify for Artists hinzu. Das dürfen Personen mit Admin- oder Editor-Rechten.
Sollte ich nur eigene Songs in meine Playlist packen?
Meistens nicht. Eine Playlist mit deinen Songs und passenden Songs anderer Artists ist für Hörer*innen interessanter und zeigt, in welchem Umfeld deine Musik steht. Eine reine Werkschau kannst du zusätzlich anlegen.
Wie oft sollte ich meine Playlist aktualisieren?
Regelmäßig, zum Beispiel einmal pro Woche oder alle zwei Wochen. Wichtig ist, dass du es durchhältst. Eine Playlist, die monatelang gleich bleibt, verliert ihre Hörer*innen.
Mit welchem Konto erstelle ich die Playlist?
Laut Spotify mit deinem persönlichen Spotify-Konto. Spotify empfiehlt, dort einen Anzeigenamen zu wählen, der zu deinem Artist-Namen passt, damit Hörer*innen die Playlist dir zuordnen.
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