Spotify Playlist-Kuratoren

Wie du unabhängige Playlists findest, die zu deiner Musik passen, sie vor dem Kontakt prüfst und eine Liste aufbaust, die für mehrere Releases trägt.

Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit Redaktion Selected Plays

Spotify-Playlist-Kuratoren sind Menschen, Blogs, Labels oder Medien, die eigene Playlists pflegen und dafür Songs auswählen. Anders als bei der Spotify-Redaktion gibt es hier keinen offiziellen Einreichungsweg und keine feste Frist. Du findest die Playlists selbst, prüfst sie und schreibst die Menschen dahinter direkt an. Das kostet Zeit, kann aber gerade in einem klaren Genre viel bringen.

Dieser Ratgeber zeigt dir, wo du passende Playlists findest, wie du sie bewertest und wie du eine Liste aufbaust, die dir über mehrere Releases hilft. Wie du die erste Nachricht schreibst, steht im Ratgeber Playlist-Kuratoren anschreiben.

Warum unabhängige Playlists zählen

Spotify unterscheidet redaktionelle, personalisierte und von Hörerinnen erstellte Playlists. Zur dritten Gruppe gehören alle unabhängigen Kuratorinnen. Spotify schreibt über diese Playlists, dass sie dir Einblick in deine Fans geben, zeigen, wie deine Musik ankommt, und andere Playlists beeinflussen können.

In deinen Stream-Quellen erscheinen sie als „Playlists anderer Hörerinnen“, also als programmierte Quelle. Eine gut passende unabhängige Playlist bringt dir Hörerinnen, die genau deine Art von Musik suchen. Und wer deinen Song dort mag, speichert ihn vielleicht oder packt ihn in eigene Playlists.

Wo du passende Playlists findest

Es gibt keine offizielle Liste von Kurator*innen. Diese Wege funktionieren ohne Hilfsmittel:

  1. Spotify-Suche nach Genre und Stimmung. Such nach Begriffen, die deinen Sound beschreiben, etwa „deutscher Indie ruhig“ oder „melodic techno night“. Filtere auf Playlists.
  2. Ähnliche Artists. Öffne das Profil von Artists, die ähnlich klingen wie du, und schau, in welchen Playlists sie auftauchen. Spotify zeigt auf Artist-Profilen oft Playlists an, in denen der Artist vorkommt.
  3. Deine eigenen Daten. In Spotify for Artists siehst du unter „Musik“ und „Playlists“, in welchen Playlists deine Musik schon läuft. Die Ersteller*innen dieser Listen kennen dich bereits.
  4. Deine Szene. Lokale Clubs, Radiosendungen, Blogs, Kollektive und Labels pflegen oft Playlists. Ein persönlicher Bezug macht den Kontakt leichter.
  5. Andere Artists fragen. Wer im selben Genre unterwegs ist, kennt oft gute Kurator*innen.

Woran du eine gute Playlist erkennst

Nicht jede Playlist ist eine gute Wahl. Bevor du schreibst, prüfe diese Punkte:

MerkmalGutes ZeichenWarnsignal
PassungKlarer Stil, ähnliche Artists wie duWild gemischte Genres ohne Linie
PflegeRegelmäßig neue Songs, sinnvolle ReihenfolgeHunderte Songs, ohne erkennbare Auswahl
BeschreibungErklärt, wofür die Playlist istLeer oder nur Werbung
KontaktKontaktweg genannt, Person erkennbarNur gegen Bezahlung erreichbar
FollowerPassen zur Nische und zur PflegeRiesige Zahl, aber keine erkennbare Aktivität

Wie du seriöse Kurator*innen von zweifelhaften Angeboten unterscheidest, erklärt der Ratgeber seriöse Playlist-Kuratoren erkennen.

Eine Kurator*innen-Liste aufbauen

Wenn du mehrere Releases planst, lohnt sich eine eigene Liste. Eine einfache Tabelle reicht:

SpalteBeispiel
Playlist„Späte Bahn“ (fiktiv)
Kurator*inName oder Blog
Genre und StimmungDeutscher Indie, ruhig
KontaktwegE-Mail, Instagram, Formular
Zuletzt kontaktiertDatum, Song
ErgebnisAufgenommen, keine Antwort, abgelehnt
Notiz„Mag akustische Songs, keine Remixe“

Mit dieser Liste vermeidest du, dieselbe Person zu oft zu schreiben, und du siehst nach ein paar Releases, wer wirklich zu dir passt.

Wann du Kurator*innen kontaktierst

Es gibt keine offizielle Frist. Zwei Zeitpunkte sind üblich:

  • Kurz vor dem Release mit privatem Vorab-Link, wenn du die Person kennst und sie Vorab-Material annimmt.
  • Nach dem Release mit dem Spotify-Link, wenn der Song live ist. Das ist der häufigere Weg, weil die Person den Song direkt hinzufügen kann.

Wichtig: Der Spotify-Pitch an die Redaktion läuft davon unabhängig und muss vor dem Release passieren. Erst den Pitch erledigen, dann die Kurator*innen. Den Zeitplan findest du unter Spotify-Pitch: wie lange vorher.

Ein Szenario: erste Single im Deutschrap

Du veröffentlichst deine erste Single, einen ruhigen Deutschrap-Song. So könnte dein Kurator*innen-Plan aussehen:

  1. Woche vor Release: 25 Playlists sammeln, in denen ähnliche Artists stehen. Jede prüfen, 15 bleiben übrig.
  2. Release-Tag: Song in deine eigene Playlist, Fans informieren.
  3. Tag 2 bis 7: Die 15 Kurator*innen persönlich anschreiben, jeweils mit einem Satz, warum der Song in genau ihre Liste passt.
  4. Woche 2: Einmal freundlich nachfassen, wo keine Antwort kam.
  5. Woche 4: In Spotify for Artists prüfen, welche Playlists Hörer*innen bringen, und die Liste aktualisieren.

Wie du die Nachrichten formulierst, mit Beispielen, steht unter Playlist-Kuratoren anschreiben.

Was du nicht tun solltest

  • Massenmails ohne Bezug. Wer merkt, dass er eine Rundmail bekommt, löscht sie.
  • Unpassende Playlists anschreiben. Eine Aufnahme in eine fremde Stilrichtung bringt Hörer*innen, die überspringen.
  • Druck machen. Kurator*innen schulden dir nichts. Eine Absage oder keine Antwort ist normal.
  • Für Platzierungen bezahlen. Das verstößt gegen die Regeln der Plattformen und ist kein Weg, den wir empfehlen.

Erfolg messen

Ob eine Playlist dir etwas bringt, siehst du in Spotify for Artists unter „Musik“ und „Playlists“. Dort steht, wie viele Hörerinnen deine Musik in der jeweiligen Playlist hatte, sobald es mindestens 3 sind. Eine Playlist mit wenigen Followern, aus der viele Hörerinnen kommen, ist wertvoller als eine große, aus der niemand kommt. Mehr dazu unter Playlist-Erfolg messen.

Kurator*innen und die eigene Playlist

Wer selbst eine gute Playlist pflegt, versteht Kuratorinnen besser und ist für sie ein interessanterer Kontakt. Manche Artists tauschen Songs mit anderen Artists und Kuratorinnen in ihren Playlists aus, wenn die Musik wirklich zusammenpasst. Wie du deine eigene Playlist aufbaust, erklärt der Ratgeber eigene Playlist erstellen als Musiker. Den Gesamtplan aus Pitch, Algorithmus und Kurator*innen findest du unter In Spotify-Playlists kommen.

Alle Ratgeber zum Thema

  1. A1Playlist-Kuratoren anschreiben 6 Min. So schreibst du Kurator*innen eine Nachricht, die gelesen wird: Aufbau, Beispiele für E-Mail und Direktnachricht, Nachfassen und was du vermeidest.
  2. A2Seriöse Playlist-Kuratoren erkennen 6 Min. Eine praktische Prüfliste, mit der du gute Playlists von leeren Hüllen unterscheidest, bevor du Zeit in einen Kontakt steckst.

Häufige Fragen

Was ist ein Playlist-Kurator?

Eine Person, ein Blog, ein Label oder ein Medium, das eine Playlist pflegt und dafür Songs auswählt. Bei Spotify sind das alle Playlists, die nicht von Spotify selbst stammen. Manche haben eine treue Hörerschaft, manche nur Follower ohne echte Hörer*innen.

Wie finde ich Playlist-Kuratoren für mein Genre?

Such in Spotify nach Begriffen, die dein Genre und deine Stimmung beschreiben, und schau dir an, in welchen Playlists ähnliche Artists stehen. In Spotify for Artists siehst du außerdem, in welchen Playlists deine Musik schon läuft. Von dort aus findest du verwandte Listen.

Kann ich Kuratoren auch nach dem Release anschreiben?

Ja. Anders als beim Spotify-Pitch gibt es bei unabhängigen Kurator*innen keine offizielle Frist. Viele Artists schreiben sie in den Wochen nach dem Release an, wenn der Song live und verlinkbar ist.

Wie viele Kuratoren sollte ich anschreiben?

Es gibt keine richtige Zahl. Eine kurze Liste gut passender Playlists ist besser als eine lange Liste ohne Bezug. Für einen Release sind 15 bis 30 sorgfältig ausgewählte Kontakte ein vernünftiger Startpunkt.

Darf ein Kurator Geld für eine Platzierung verlangen?

Bezahlte Platzierungen verstoßen gegen die Regeln von Spotify. Das ist ein eigenes Thema und gehört nicht auf diese Seite. Konzentrier dich auf Kurator*innen, die nach Geschmack auswählen.