In Spotify-Playlists kommen

Der Gesamtplan für Playlists: welche Wege es gibt, in welcher Reihenfolge du sie angehst und was du realistisch erwarten kannst.

Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit Redaktion Selected Plays

Um mit deinem Song in Spotify-Playlists zu kommen, brauchst du nicht einen Weg, sondern mehrere: den Pitch an die Spotify-Redaktion vor dem Release, den Release Radar deiner Follower, das Verhalten deiner Hörerinnen für die algorithmischen Listen, unabhängige Kuratorinnen und deine eigene Playlist. Dieser Ratgeber fügt alles zu einem Plan zusammen, den du für jeden Release wiederholen kannst.

Eine ehrliche Vorbemerkung: Keiner dieser Wege garantiert eine Platzierung. Spotify schreibt das ausdrücklich für den Pitch, und für Algorithmen und Kurator*innen gilt es erst recht. Was du steuerst, ist die Vorbereitung und die Konsequenz über mehrere Releases.

Die fünf Wege im Überblick

WegWer entscheidetWann du handelstWas du realistisch erwarten kannst
Pitch an die RedaktionSpotify-RedaktionVor dem Release, mind. 7 TageRelease Radar sicher, Editorial möglich, nicht garantiert
Release RadarAutomatisch, für deine FollowerDurch den PitchDeine Follower bekommen den Song
Algorithmische PlaylistsSpotify-AlgorithmusLaufend, über dein PublikumNicht planbar, wächst mit passenden Hörer*innen
Unabhängige Kurator*innenEinzelne MenschenVor und nach dem ReleaseEinzelne Aufnahmen, oft in Nischen
Eigene PlaylistDuImmerEin fester Ort für deine Musik

Weg 1: Der Pitch an die Redaktion

Der Pitch in Spotify for Artists ist der Startpunkt jedes Releases. Spotify nennt ihn den einzigen Weg, neue Musik für die Playlists einzureichen. Du pitchst einen unveröffentlichten Song, mindestens 7 Tage vor Release, und beschreibst Genre, Stimmung, Herkunft und Story.

Selbst wenn die Redaktion den Song nicht aufnimmt, hat der Pitch eine sichere Wirkung: Der gepitchte Song landet im Release Radar deiner Follower. Alles zum Ablauf steht im Ratgeber Spotify Playlist Pitching.

Weg 2: Der Release Radar

Der Release Radar ist die Playlist, in der deine Follower deine neuen Songs bekommen. Laut Spotify bekommt jede Person einen Song pro Artist pro Woche, bis zu vier Wochen lang, solange sie ihn noch nicht gehört hat. Mit dem Pitch entscheidest du, welcher Song das ist.

Der Hebel liegt bei den Followern. Wer zwischen den Releases Follower aufbaut, hat beim nächsten Release mehr Menschen im Release Radar. Mehr dazu unter Release Radar.

Weg 3: Algorithmische Playlists

Discover Weekly, Radio, Daily Mix, Autoplay und andere personalisierte Formate entstehen laut Spotify aus dem Hörverhalten der Person und dem Geschmack ähnlicher Hörer*innen. Pitchen kannst du dafür nicht.

Was du tun kannst: dafür sorgen, dass passende Menschen deine Musik hören, speichern und in eigene Playlists packen. Spotify schreibt selbst, dass Playlists von Hörer*innen andere Playlists beeinflussen können. Mehr im Ratgeber Spotify-Algorithmus-Playlists.

Weg 4: Unabhängige Kurator*innen

Unabhängige Playlists werden von Menschen gepflegt, die du direkt anschreiben kannst, auch nach dem Release. Entscheidend ist die Passung: Eine kleine Playlist mit genau deinem Sound ist mehr wert als eine große, die nicht passt.

Wie du Kurator*innen findest, prüfst und anschreibst, erklären die Ratgeber Playlist-Kuratoren und Playlist-Kuratoren anschreiben.

Weg 5: Deine eigene Playlist

Eine eigene Playlist ist der einzige Playlist-Platz, über den du komplett selbst entscheidest. Du kannst sie auf deinem Artist-Profil zeigen, deinen neuen Song am Release-Tag an Position eins setzen und deine Musik neben Artists stellen, zu denen sie passt.

Wie du so eine Playlist aufbaust, steht unter eigene Playlist erstellen als Musiker.

Der Plan für einen Release

So greifen die fünf Wege bei einer Single ineinander. Angenommen, sie erscheint in sechs Wochen:

ZeitpunktAufgabeWeg
6 Wochen vorherMaster, Cover, Metadaten fertig, Upload beim VertriebVorbereitung
4 Wochen vorherSong erscheint unter „Demnächst“, Pitch schreiben und abschickenPitch
3 Wochen vorherPitch bei Apple, Amazon, Deezer über den Vertrieb klärenPitch
2 Wochen vorherPre-Save-Link teilen, Follower-Aufbau verstärkenRelease Radar
1 Woche vorherKurator*innen-Liste fertig, Nachrichten vorbereitenKurator*innen
Release-TagSong in die eigene Playlist, Fans informierenEigene Playlist
Woche 1 bis 2Kurator*innen anschreiben, Content nachlegenKurator*innen, Algorithmus
Woche 4Statistik auswerten, nächsten Release planenAuswertung

Warum diese Abstände sinnvoll sind, steht unter Spotify-Pitch: wie lange vorher. Wie du die anderen Plattformen einbeziehst, erklärt der Ratgeber Playlist-Pitching über den Vertrieb.

Was zwischen den Releases passiert

Viele Artists denken nur in Release-Wochen. Für Playlists ist die Zeit dazwischen genauso wichtig:

  1. Follower aufbauen. Jeder neue Follower bekommt deinen nächsten Song im Release Radar.
  2. Eigene Playlist pflegen. Regelmäßig aktualisieren, damit Follower der Playlist wiederkommen.
  3. Kurator*innen-Liste pflegen. Ergebnisse eintragen, neue passende Playlists ergänzen.
  4. Zahlen lesen. In Spotify for Artists siehst du, welche Playlists Hörer*innen bringen.
  5. Den nächsten Release früh planen. Drei bis vier Wochen Abstand zwischen Singles machen jeden Pitch möglich.

Realistische Erwartungen

Ein ehrliches Bild hilft dir, dranzubleiben:

  • Die meisten Pitches enden ohne redaktionelle Platzierung. Das ist der Normalfall. Was du dann tust, steht unter Spotify-Pitch abgelehnt.
  • Algorithmische Playlists sind nicht planbar. Niemand außerhalb von Spotify kennt die Gewichtung.
  • Kurator*innen antworten oft nicht. Keine Antwort ist auch eine Antwort.
  • Es baut sich auf. Jeder Release bringt Follower, Kontakte und Daten für den nächsten.

So misst du, ob es funktioniert

Ob dein Plan aufgeht, siehst du in Spotify for Artists: in der Liste der Playlists, in denen deine Musik läuft, und in den Stream-Quellen, die aktive von programmierten Quellen trennen. Wie du diese Zahlen liest und welche Fragen du dir nach jedem Release stellst, erklärt der Ratgeber Playlist-Erfolg messen.

Geld ausgeben oder nicht?

Die Grundbausteine dieses Plans kosten nichts: Der Pitch über Spotify for Artists ist kostenlos, Kurator*innen anzuschreiben auch. Geld kommt ins Spiel, wenn dein Vertrieb für Pitches bei Apple oder Amazon etwas berechnet oder wenn du Werbung für deinen Release schaltest. Worauf du achten solltest, steht unter Playlist-Pitching-Kosten.

Alle Ratgeber zum Thema

  1. A1Eigene Playlist erstellen als Musiker 6 Min. Wie du als Artist eine Playlist baust, die Hörer*innen gern abonnieren, sie auf deinem Spotify-Profil zeigst und für jeden Release nutzt.
  2. A2Playlist-Erfolg messen 6 Min. So liest du die Playlist-Daten in Spotify for Artists richtig: Playlist-Liste, Stream-Quellen, Grenzen der Daten und eine Auswertung nach jedem Release.
  3. A3Playlist-Pitching: Kosten und kostenlose Wege 6 Min. Welche Teile des Playlist-Pitchings nichts kosten, wofür Geld fällig werden kann und wie du ein Angebot prüfst, bevor du zahlst.

Häufige Fragen

Wie komme ich mit meinem Song in Spotify-Playlists?

Über vier Wege: den Pitch an die Spotify-Redaktion vor dem Release, den Release Radar deiner Follower, algorithmische Playlists durch das Verhalten deiner Hörer*innen und unabhängige Kurator*innen. Dazu kommt deine eigene Playlist. Keiner dieser Wege garantiert eine Platzierung.

Wie lange dauert es, bis ein Song in Playlists kommt?

Das lässt sich nicht vorhersagen. Der Release Radar greift bei rechtzeitigem Pitch in der Release-Woche. Redaktionelle und algorithmische Playlists können früher, später oder gar nicht kommen. Kurator*innen antworten unterschiedlich schnell.

Brauche ich viele Follower, um in Playlists zu kommen?

Nicht zwingend, aber Follower helfen. Sie bekommen deinen neuen Song im Release Radar und sind oft die ersten Hörer*innen. Ohne Follower fehlt dir dieser Start.

Kann ich Playlist-Platzierungen kaufen?

Bezahlte Platzierungen verstoßen gegen die Regeln von Spotify. Wir behandeln dieses Thema hier bewusst nicht und raten davon ab. Die Wege auf dieser Seite funktionieren ohne gekaufte Platzierungen.

Was ist wichtiger, Redaktion oder Algorithmus?

Beides ergänzt sich. Der Pitch an die Redaktion sichert dir den Release Radar und eine Chance auf redaktionelle Listen. Der Algorithmus trägt deinen Song weiter, wenn Menschen ihn hören und speichern.