Playlist-Pitching: Kosten und kostenlose Wege

Welche Teile des Playlist-Pitchings nichts kosten, wofür Geld fällig werden kann und wie du ein Angebot prüfst, bevor du zahlst.

Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit Redaktion Selected Plays

Playlist-Pitching kostet in seiner wichtigsten Form nichts: Der Pitch über Spotify for Artists ist kostenlos, und auch unabhängige Kurator*innen kannst du ohne Kosten selbst anschreiben. Geld wird fällig, wenn jemand für dich Wege nutzt, zu denen du selbst keinen Zugang hast, etwa die Pitch-Werkzeuge von Apple Music, oder wenn du Zeit und Aufwand einkaufst. Dieser Ratgeber zeigt dir, wo die Grenze liegt und wie du ein Angebot prüfst.

Eine Regel vorweg: Seriöses Pitching verspricht nie eine Platzierung. Spotify schreibt selbst, dass ein Pitch keine Aufnahme garantiert. Wer dir etwas anderes verspricht, kann es nicht halten.

Was kostenlos ist

Diese Teile des Playlist-Pitchings kannst du ohne Kosten selbst erledigen:

WegKostenWas du brauchst
Spotify-Pitch über Spotify for ArtistskostenlosZugang zum Artist-Profil, unveröffentlichter Song
Release RadarkostenlosRechtzeitiger Pitch, Follower
Amazon Music Pitch über Amazon Music for ArtistskostenlosOwner- oder Admin-Zugang
Unabhängige Kurator*innen anschreibenkostenlosZeit, eine gute Liste, persönliche Nachrichten
Eigene PlaylistkostenlosPersönliches Spotify-Konto, Pflege

Allein mit diesen Wegen kannst du einen kompletten Playlist-Plan umsetzen. Wie das aussieht, steht im Ratgeber In Spotify-Playlists kommen.

Wofür Geld fällig werden kann

Es gibt nachvollziehbare Gründe, für Teile des Pitchings zu bezahlen:

  1. Zugang zu Pitch-Werkzeugen. Apple Music Pitch steht laut Apple Nutzer*innen mit Admin- oder Marketing-Manager-Rolle in Apple Music for Partners offen. Als unabhängiger Artist hast du diesen Zugang in der Regel nicht. Ein Vertrieb oder Label, das ihn hat, kann für dich einreichen.
  2. Vorbereitung und Text. Manche Anbieter schreiben oder überarbeiten deinen Pitch-Text.
  3. Zeit beim Kontaktieren. Kurator*innen zu finden und anzuschreiben kostet viel Zeit. Manche Dienste übernehmen diesen Aufwand.

Was du dabei nie kaufen solltest, ist eine Platzierung selbst. Bezahlte Platzierungen verstoßen gegen die Regeln der Plattformen. Das Thema behandeln wir hier bewusst nicht weiter.

Ein Beispiel für ein klar beschriebenes Angebot

Ein Angebot ist dann fair, wenn klar ist, was passiert, was es kostet und was nicht versprochen wird. Bei OGRECORDS etwa kostet das Playlist-Pitching an die Playlist-Teams von Spotify und Apple Music 50 $ pro Song, ohne Garantie und mit mindestens 21 Tagen Vorlauf vor dem Release. Unabhängig vom Anbieter sind es genau diese Punkte, nach denen du fragen solltest: Preis, Leistung, Frist und die ausdrückliche Aussage, dass es keine Garantie gibt.

So prüfst du ein Pitching-Angebot

Bevor du zahlst, geh diese Fragen durch:

FrageGute AntwortWarnsignal
Was genau passiert mit meinem Song?Klare Beschreibung: wer, wo, wie„Wir pushen deinen Song“ ohne Details
An wen geht der Pitch?Konkrete Plattform-Teams oder Kurator*innenKeine Angabe
Gibt es eine Garantie?Nein, ausdrücklich keineGarantierte Platzierung oder Streams
Was kostet es?Fester Preis pro Song oder ReleaseVersteckte Zusatzkosten
Welche Frist gilt?Klarer Vorlauf vor dem ReleaseKein Hinweis auf Fristen
Wer ist ansprechbar?Erkennbares Unternehmen mit KontaktAnonym, nur Chat
Was bekomme ich zurück?Bestätigung der EinreichungNur eine Zahlungsbestätigung

Warnsignale, bei denen du nicht zahlst

  • Garantierte Platzierungen. Niemand kann seriös zusagen, dass eine Redaktion oder ein Algorithmus deinen Song nimmt.
  • Garantierte Stream-Zahlen. Zahlen lassen sich nur garantieren, wenn sie nicht von echten Menschen kommen.
  • Druck. „Nur heute zum Sonderpreis“ passt nicht zu einem seriösen Pitch.
  • Unklare Leistung. Wenn du nach dem Lesen nicht weißt, was passiert, frag nach oder lass es.
  • Zahlung für etwas, das du kostenlos selbst kannst. Der Spotify-Pitch ist kostenlos.

Ein Szenario: Budget für einen Release

Du hast für deinen nächsten Release ein kleines Budget und überlegst, wie du es einsetzt. Eine mögliche Abwägung:

OptionWas du bekommstAbwägung
Spotify-Pitch selbstPitch an die Redaktion, Release RadarKostenlos, auf jeden Fall machen
Pitch bei Apple über den VertriebChance bei der Apple-RedaktionSinnvoll, wenn du selbst keinen Zugang hast
Kurator*innen selbst anschreibenPersönliche KontakteKostet Zeit, kein Geld
Musikvideo oder ContentMaterial für Pitch und Social MediaHilft bei allen Wegen
Gekaufte PlatzierungVerstößt gegen Plattform-RegelnNicht machen

Oft ist Geld in Content, also Video, Fotos, Live-Clips, besser angelegt als in Dinge, die du selbst erledigen kannst. Guter Content stärkt deinen Pitch, deine Social-Kanäle und deine Chancen bei Kurator*innen.

Zeit ist auch ein Preis

Kostenlos heißt nicht ohne Aufwand. Wer Kurator*innen selbst anschreibt, investiert Zeit: Playlists suchen, prüfen, Nachrichten schreiben, nachfassen, Ergebnisse notieren. Für einen Release kommen da schnell einige Stunden zusammen.

Eine grobe Aufteilung, wie du deine Zeit pro Release einsetzen kannst:

AufgabeUngefährer AufwandWann
Spotify-Pitch schreiben und abschickeneine halbe bis eine Stunde3 bis 4 Wochen vorher
Pitch-Infos für den Vertrieb vorbereiteneine halbe Stundebeim Upload
Kurator*innen-Liste aufbauenzwei bis drei Stunden beim ersten Mal, danach wenigervor dem Release
Nachrichten schreibenwenige Minuten pro Nachrichtnach dem Release
Auswertungeine halbe Stunde4 Wochen nach Release

Die Angaben sind Schätzungen für einen geübten Ablauf, keine Messwerte. Wichtig ist: Die Liste aus dem ersten Release nimmst du in den nächsten mit, der Aufwand sinkt also mit jedem Release.

Was gekaufte Abkürzungen kosten

Manche Angebote wirken wie eine Abkürzung: Platzierung gegen Geld, garantierte Streams, garantierte Follower. Solche Angebote verstoßen gegen die Regeln der Plattformen. Was das im Detail bedeutet, ist ein eigenes Thema, das wir hier nicht ausbreiten. Für deine Planung reicht: Solche Ausgaben ersetzen keinen der kostenlosen Wege, und sie bringen dir keine Hörer*innen, die bleiben.

Was du selbst machen solltest, auch wenn du bezahlst

Selbst wenn du einen Anbieter beauftragst, bleiben ein paar Dinge bei dir:

  1. Den Spotify-Pitch. Er ist kostenlos und sichert dir den Release Radar. Wie er geht, steht unter Spotify Playlist Pitching.
  2. Den Pitch-Text liefern oder prüfen. Niemand kennt deinen Song so gut wie du. Vorlagen findest du unter Spotify-Pitch Beispiele.
  3. Die Fristen im Blick behalten. Plane früh genug, damit der Anbieter die Fristen einhalten kann.
  4. Die Ergebnisse auswerten. In Spotify for Artists siehst du, was passiert ist. Mehr dazu unter Playlist-Erfolg messen.

Nach dem Kauf: was du erwarten darfst

Wenn du für einen Pitch bezahlt hast, darfst du eine Bestätigung erwarten, dass er eingereicht wurde, und zwar vor der jeweiligen Frist. Eine Platzierung darfst du nicht erwarten, denn die entscheidet die Redaktion. Ob der Song aufgenommen wurde, siehst du nach dem Release selbst in den Artist-Portalen der Plattformen.

Wenn keine Platzierung kommt, ist das kein Zeichen, dass der Anbieter schlecht gearbeitet hat. Es ist der Normalfall. Was du dann tust, steht unter Spotify-Pitch abgelehnt.

Kurz zusammengefasst

Fang mit den kostenlosen Wegen an: Spotify-Pitch, Release Radar, Amazon-Pitch, eigene Playlist, Kurator*innen. Bezahle nur für Dinge, die du selbst nicht erreichen kannst, und nur bei Angeboten ohne Garantie und mit klarer Leistung.

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Wie Pitching bei Apple Music, Amazon und Deezer funktioniert und welche Fragen du deinem Vertrieb stellst, erklärt der Ratgeber Playlist-Pitching über den Vertrieb. Wie du seriöse Kurator*innen von zweifelhaften Angeboten unterscheidest, steht unter seriöse Playlist-Kuratoren erkennen.

Häufige Fragen

Ist Playlist-Pitching bei Spotify kostenlos?

Ja. Der Pitch über Spotify for Artists kostet nichts. Du brauchst nur Zugang zu deinem Artist-Profil und einen unveröffentlichten Song, der schon an Spotify geliefert wurde.

Wofür nehmen Anbieter beim Playlist-Pitching Geld?

Zum Beispiel dafür, dass ein Vertrieb deinen Song bei Apple Music, Amazon Music oder Deezer einreicht, wo du selbst keinen Zugang hast. Andere Dienste verkaufen Zeit und Aufwand beim Kontaktieren von Kurator*innen. Seriös ist das nur, wenn keine Platzierung versprochen wird.

Woran erkenne ich ein unseriöses Pitching-Angebot?

An Garantien. Wer eine Platzierung oder eine bestimmte Zahl an Streams verspricht, verkauft etwas, das niemand seriös zusagen kann. Weitere Warnsignale sind unklare Leistungen, fehlende Ansprechpartner und Druck beim Abschluss.

Lohnt es sich, für Pitching zu bezahlen?

Das hängt davon ab, was du dafür bekommst. Wenn ein Anbieter dir Zugang zu Pitch-Wegen verschafft, die du selbst nicht hast, kann es sinnvoll sein. Für Dinge, die du kostenlos selbst machen kannst, wie den Spotify-Pitch, musst du nicht zahlen.

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