Spotify Editorial Playlists verstehen

Redaktionelle Playlists bei Spotify erklärt: wer sie macht, woran du sie erkennst und wie dein Song in einen redaktionellen Song-Pool kommt.

Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit Redaktion Selected Plays

Spotify Editorial Playlists sind Playlists, die Spotifys eigene Redaktion zusammenstellt und pflegt. Spotify beschreibt die Redaktion als Spezialist*innen für Genres, Lebenswelten und Kultur mit unterschiedlichen Hintergründen. Du erkennst diese Playlists am Spotify-Logo in der Byline. Neue Musik kommt dort über den Pitch in Spotify for Artists hinein.

Dieser Artikel erklärt, wie redaktionelle Playlists aufgebaut sind, wie sie sich von algorithmischen unterscheiden und was du realistisch beeinflussen kannst.

Woran du Editorial Playlists erkennst

Redaktionelle Playlists tragen das Spotify-Logo in der Byline, also dort, wo bei anderen Playlists der Name der Person steht, die sie angelegt hat. Persönliche, algorithmische Playlists erkennst du dagegen an einem „Made for“ mit deinem Benutzernamen.

MerkmalEditorialPersonalisiertVon Hörer*innen
BylineSpotify-Logo„Made for“ plus BenutzernameName der Person
Wer wählt ausRedaktionAlgorithmusEinzelne Person
Für alle gleichJa, außer bei personalisierten redaktionellen ListenNeinJa
Dein Weg hineinPitchHörverhalten, FollowerDirekter Kontakt

Was die Redaktion macht

Spotify beschreibt redaktionelle Playlists als vollständig von der Redaktion erstellt und gepflegt. Ausgewählt wird nach Trends in der Musik und nach Daten. Die Redaktion hört laut Spotify so viel Musik wie möglich, bekommt aber eine sehr große Zahl an Pitches.

Daraus folgt zweierlei. Erstens: Früh pitchen hilft, weil dann mehr Zeit zum Hören bleibt. Zweitens: Daten spielen eine Rolle. Wie dein Song nach dem Release ankommt, ist für die Redaktion sichtbar.

Personalisierte redaktionelle Playlists

Ein Teil der Playlists mit Spotify-Logo ist nicht für alle gleich. Spotify erklärt: Bei manchen personalisierten Playlists wählt die Redaktion den Song-Pool aus, und der Algorithmus sucht daraus für jede Person die passenden Songs.

Für dich heißt das: Eine „Platzierung“ in so einer Playlist bedeutet nicht, dass alle Follower der Playlist deinen Song hören. Er liegt im Pool und wird den Hörer*innen gezeigt, zu denen er laut Algorithmus passt. In Spotify for Artists zählt Spotify solche Streams zu den Quellen „redaktionelle und personalisierte redaktionelle Playlists“.

Das ist kein Nachteil. Ein Song, der bei den richtigen Personen landet, wird eher gespeichert und weitergehört als einer, der zwischen 50 anderen untergeht.

Welche Arten redaktioneller Playlists es gibt

Redaktionelle Playlists sind nicht alle gleich gebaut. Wenn du durch Spotify klickst, siehst du grob diese Gruppen. Die Einteilung ist unsere Beschreibung, keine offizielle Kategorie von Spotify:

GruppeWonach sie sortiert istWas das für deinen Pitch heißt
Genre-Playlistsein bestimmter Stil, etwa Deutschrap oder HouseGenre im Formular so genau wie möglich angeben
Stimmungs-Playlistsein Gefühl, etwa ruhig, traurig, euphorischStimmung nach dem Klang wählen, nicht nach dem Text
Situations-Playlistsein Moment, etwa Sport, Lernen, PartyBeschreiben, wofür der Song gemacht ist
Neuheiten-Playlistsneue Releases in einem Genre oder LandRechtzeitig pitchen, Herkunft angeben
Regionale PlaylistsSounds aus einer Stadt oder RegionHeimatort und aktuellen Ort angeben

Daraus wird klar, warum die Felder im Formular so wichtig sind. Jede dieser Gruppen braucht eine andere Information, damit dein Song im richtigen Stapel landet.

Was die Redaktion im Pitch lesen will

Die Redaktion kennt dich nicht. Sie braucht in kurzer Zeit eine Antwort auf drei Fragen: Wie klingt der Song? Wo passt er hin? Passiert rund um den Release etwas?

Ein fiktives Beispiel für einen guten Einstieg:

„Treppenhaus“ ist ein ruhiger Rap-Song mit Boom-Bap-Drums und gesampeltem Rhodes über den Block, in dem ich aufgewachsen bin. Zum Release gibt es ein Video, das im echten Treppenhaus gedreht wurde.

In zwei Sätzen stehen Sound, Thema und ein konkreter Plan. Mehr Beispiele und den vollständigen Bauplan findest du unter Spotify-Pitch Beispiele.

Ein Szenario: erste Single, kaum Follower

Du veröffentlichst deine erste Single und hast 40 Follower. Lohnt sich der Pitch überhaupt? Ja, aus zwei Gründen. Erstens sichert er dir den Release Radar bei diesen 40 Menschen. Zweitens kann die Redaktion auch Songs von Artists ohne großes Publikum aufnehmen. Spotify berichtet auf seiner Playlisting-Seite selbst von Artists, die zum ersten Mal in einer Playlist gelandet sind.

Realistisch ist aber: Die Chance ist klein, und die meiste Arbeit liegt bei dir. Plane die Single so, dass sie auch ohne redaktionelle Platzierung Hörerinnen findet, mit eigener Playlist, Social Content und Kuratorinnen.

Wie du deine Chancen verbesserst

Ob die Redaktion deinen Song nimmt, kannst du nicht steuern. Diese Dinge erhöhen aber die Chance, dass er überhaupt richtig gehört und eingeordnet wird:

  1. Früh liefern und pitchen. Mindestens 7 Tage vorher, besser drei bis vier Wochen. Der Zeitplan steht unter Spotify-Pitch: wie lange vorher.
  2. Genres und Tags genau wählen. Bis zu drei Genres, Stimmung nach dem Klang. Mehr dazu im Spotify-Pitch-Formular.
  3. Herkunft angeben. Die Redaktion sucht laut Spotify manchmal nach Sounds aus bestimmten Regionen.
  4. Konkret erzählen. Was macht den Song aus? Beispiele findest du unter Spotify-Pitch Beispiele.
  5. Ein vollständiges Profil. Foto, Bio, Links. Wer neugierig wird, klickt auf dein Profil.
  6. Eine echte Release-Kampagne. Video, Live-Termine, Social Content. Sie bringt Hörer*innen, deren Verhalten die Daten prägt.

Redaktionelle Playlists und Algorithmus hängen zusammen

Redaktion und Algorithmus arbeiten nicht völlig getrennt. Spotify schreibt in seiner Hilfe, dass Playlists von Hörer*innen andere Playlists beeinflussen können. Und personalisierte redaktionelle Listen verbinden beides direkt.

Für deine Strategie heißt das: Die Arbeit an deinem Publikum ist nie verschwendet. Follower, Speicherungen und Hörer*innen, die deinen Song in eigene Playlists packen, sind Signale, die über den Pitch hinaus wirken. Mehr dazu im Ratgeber Spotify-Algorithmus-Playlists.

Was eine Editorial-Platzierung bedeutet und was nicht

Eine Platzierung in einer redaktionellen Playlist ist ein Gewinn, aber kein Selbstläufer. Ein paar realistische Einordnungen:

  • Platzierungen sind oft zeitlich begrenzt. Redaktionen aktualisieren ihre Listen regelmäßig, Songs rücken nach unten oder fallen raus.
  • Die Position zählt. Ein Song weit oben wird öfter gehört als einer am Ende.
  • Nicht jede Playlist passt zu dir. Eine Platzierung in einer Hintergrund-Playlist bringt Streams, aber selten Follower.
  • Was danach passiert, liegt wieder bei dir. Hörer*innen, die über eine Playlist kommen, musst du mit deinem Profil, deinen Social-Kanälen und dem nächsten Release halten.

Wie du siehst, in welchen Playlists du stehst und wie viele Hörer*innen von dort kommen, erklärt der Ratgeber Playlist-Erfolg messen.

Häufige Missverständnisse

Rund um redaktionelle Playlists halten sich ein paar Annahmen, die nicht stimmen oder sich nicht belegen lassen:

  • „Man braucht Kontakte.“ Spotify nennt Spotify for Artists als einzigen Weg, neue Musik für Playlists einzureichen, und alle Artists nutzen dasselbe Tool.
  • „Nur große Artists landen dort.“ Spotify berichtet auf seiner Playlisting-Seite von vielen Artists, die zum ersten Mal in eine Playlist aufgenommen wurden.
  • „Wenn ich nicht drin bin, war der Song schlecht.“ Die Redaktion bekommt viel mehr Pitches, als Plätze frei sind. Eine Absage ist kein Urteil über die Qualität.
  • „Ich kann die Platzierung kaufen.“ Nein. Wer Platzierungen gegen Geld verspricht, verkauft nichts, was Spotify erlaubt.

Was du tust, wenn es nicht klappt

Die meisten Pitches enden ohne redaktionelle Platzierung. Das ist normal. Nutze den Release trotzdem: Der Release Radar läuft, Kurator*innen kannst du anschreiben, und der nächste Pitch wird besser, wenn du aus diesem lernst. Konkrete Schritte stehen unter Spotify-Pitch abgelehnt und im Ratgeber zu Playlist-Kuratoren.

Häufige Fragen

Was ist eine Spotify Editorial Playlist?

Eine Playlist, die von Spotifys Redaktion zusammengestellt und gepflegt wird. Du erkennst sie am Spotify-Logo in der Byline. Die Redaktion besteht laut Spotify aus Spezialist*innen für Genres, Lebenswelten und Kultur.

Wie komme ich in eine Spotify Editorial Playlist?

Über einen Pitch in Spotify for Artists, mindestens 7 Tage vor Release. Laut Spotify ist das der einzige Weg, neue Musik für die Playlists einzureichen. Eine Garantie gibt es nicht.

Kann man Spotify-Redakteur*innen direkt anschreiben?

Spotify nennt Spotify for Artists als einzigen Weg, neue Musik für Playlists einzureichen. Private Nachrichten an Redakteur*innen ersetzen den Pitch nicht. Konzentrier dich auf einen sauberen Pitch über das Tool.

Was ist eine personalisierte redaktionelle Playlist?

Eine Playlist, bei der die Redaktion einen Pool von Songs auswählt und der Algorithmus daraus für jede Person eine eigene Auswahl baut. Zwei Hörer*innen sehen unter demselben Namen also unterschiedliche Songs.

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